Karlheinz Böhm – Das Herz des Lebens

Karlheinz Böhm

© Picture Alliance – Böhm in „Peeping Tom“

Karlheinz Böhm war das einzige Kind der Sopranistin Thea Linhard und des Dirigenten Karl Böhm.
Neben der österreichischen Staatsbürgerschaft erhielt er 2003 auch die äthiopische Ehrenstaatsbürgerschaft. Er selbst fühlte sich jedoch immer als Weltbürger.
Er wirkte in 45 Filmen mit, doch ursprünglich wollte Böhm Pianist werden. Laut seiner Biographie meinten die Juroren bei denen er Vorspielte oft, sein Spiel war, in Anblick seiner Herkunft, zu dürftig. 
So studierte er auf Drängen seines Vaters hin Anglistik und Germanistik und absolvierte anschließend ein Semester Kunstgeschichte in Rom. Es zog ihn aber doch zur Schauspielerei, er brach sein Studium in Italien ab um Schauspielunterricht bei Helmut Krauss in Wien zu nehmen.

1948 begann seine erfolgreiche 28-jährige Film- und Theaterkarriere und stahl unser Herz mit der Rolle des Kaiser Franz Joseph, an der Seite von Romy Schneider (La Piscine) in der Sissi-Trilogie. Nach der 3-teiligen Filmreihe wurde er auf ein Genre festgelegt, aus dem er immer hatte fliehen wollen.
Im Jahre 1960 versuchte er mit dem Film „Peeping Tom“ international durchzustarten, doch der Film wurde aufgrund seines beklemmenden Inhalts abgelehnt. Somit blieb ihm dieser Schritt verwehrt, auch als Anfang der 80er Jahre der Film neu bewertet wurde und obwohl er heute sogar unter Cineasten als einer der besten seines Genres gilt.

Franz

©Erma-Film – Karlheinz Böhm und Romy Schneider in „Sissi“

1976 erkrankte Karlheinz Böhm  an einem Bronchialkatarrh und flog auf Empfehlung seiner Ärzte nach Kenia, um diesen zu kurieren. Dort wurde er zum ersten Mal mit dem Elend in Afrika konfrontiert und ließ sich von einem einheimischen Hotel-Angestellten das wahre Leben dort zeigen, welches sich hinter der Luxusfassade verbarg. Geschockt von der Lebensart und der Armut der Bewohner, fasste er den Entschluss, sich für die Menschen in Afrika einzusetzen.

Am 16. Mai 1981 wettete er in der Abendsendung „Wetten Dass..?„, dass nicht einmal jeder dritte Zuschauer eine Mark bzw. Sieben Schilling oder einen Franken für die notleidenden Menschen in der Sahelzone spenden würde. Wenn er die Wette verlieren würde, würde er selbst nach Afrika reisen um dort zu helfen.

Er gewann die Wette nicht und flog im Oktober 1981 mit den 1, 2 Millionen DM, die er zusammen hatte, erstmals nach Äthiopien und gründete am 13. November 1981 die Hilfsorganisationen Menschen für Menschen.

Im Februar 2013 wurde bekanntgegeben, dass er an Alzheimer erkrankt sei und er verstarb letztendlich am 29. Mai 2014. Seine Urne befindet sich nun in einem Ehrengrab der Stadt Salzburg auf dem Kommunalfriedhof. Diese wurde in Erde aus Äthiopien beigesetzt.

Neben seiner erfolgreichen Schauspielkarriere und seiner fantastischen Arbeit, die er für die Menschen in Afrika leistete, schuf er auch zahlreiche Hörspiele für Kinder, die die Lebensgeschichten großer Komponisten und klassische Musikstücke beinhalten.

Mit seinem Tod geht ein großes Stück Herz verloren. Wir beerdigten nicht nur einen Schauspieler, einen Menschen; nein … es verließ uns ein Held.

Er wurde 86 Jahre alt.


Original damals erschienen auf *frenzy-punks<3 Moviepilot-Blog.

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