31 TAGE – 31 SONGS: TAG 3

WELCHER SONG ERINNERT DICH AN ETWAS TRAURIGES?

Haltet mich für irre, aber die Geschichten, die ich euch nun erzähle haben mich damals sehr bewegt und bewegen mich heute noch. Mein Vater erlaubte mir endlich, eine Katze oder einen Kater zu haben. Durch eine Freundin in der Schule erfuhr ich, dass ihre Tante einen Kater zu vermitteln hätte. Mino: Es war Liebe auf den ersten Blick. Als er irgendwann für zwei Wochen verschwand war ich am Boden zerstört, denn meine Haustiere sind für mich wie Kinder. Glücklicherweise kam er wieder und später brachte er sogar zwei seiner Babys mit nach Hause. Irre, da die Kater sich doch im Grunde von den Kindern abwenden, aber er brachte die beiden mit nach Hause in den Garten, saß auf dem Balkon und schielte immer ins Gebüsch runter. Ich dachte mir nur, was macht der Kater da, da ist doch gar nichts. Als ich dann unten die Tür aufmachte, saß da ein kleines getigertes Kätzchen auf den Stufen und guckte mich erschrocken an. Mik, benannt nach Mick Jagger nur ohne „c“ und ihren Bruder Mohrle (so schwarz wie die Nacht) schlossen wir ebenfalls sofort ins Herz. Meine Schwester nahm Mohrle für sich und ich hatte dann Mino und Mik. Da Mik so schüchtern und scheu war, brauchte ich ewig, um mich an sie heran zu tasten. Sie war ja auch keine Menschen gewohnt. Aber bald vertraute sie mir und Nachts schlief sie in meinem Bett und rannte sofort hinterher, wenn ich aufs Klo musste. Sie konnte nicht mehr ohne mich sein 🙂
Eines Tages verschwand sie. Ich rief sie immer, dachte sie würde strawanzen, da sie schon beinahe in das rollige Alter gekommen war, doch keine Spur von ihr. 1 1/2 Wochen fand ich keine Spur von ihr. Damals fuhr ich mit dem Bus zur Schule, musste hinten zum Garten raus richtung stark befahrbarer Straße und Richtung Bushaltestelle. Unser Garten grenzte direkt an diese Straße mit dem dichten und sehr schnellen Verkehr und so fuhr ich auch mit dem Bus am Zaun vorbei, der auf der Gegenüberliegenden Straßenseite lag und dachte immer dort liegt ein Stück Karton im Gras. Eines Nachts träumte ich, Mik habe ein Loch im Garten gebuddelt und hätte sich eine kleine Höhle gemacht um Babys zu bekommen. Ich entdeckte sie und freute mich wahnsinnig. Am nächsten Morgen ging ich wie immer in den Garten um zu sehen, ob sie wieder nach Hause gekommen war, ging hinter zu dem kleinen Apfelbaum, wo ich im Traum ihre Höhle gesehen hatte, späte zufällig durch den Zaun, wo ich schon die letzten Tage immer wieder hingesehen, aber nichts entdeckt hatte. Da sah ich Miks getigerten Rücken. Schnell rannte ich aus dem Garten, um den Zaun herum und blickte auf sie herab. Sie war tot, aber sie sah aus, als würde sie nur schlafen. Das was ich die ganze Zeit für einen Karton hielt war sie gewesen. Mein Vater meinte später, sie sah so unversehrt aus, sie konnte nicht überfahren worden sein. Der Nachbar gegenüber hatte Tauben und Vögel hatte sie für ihr Leben gern gejagt. Mein Dad vermutete, dass er Gift ausgestreut haben könnte, sie es gefressen und gerade noch über die Straße geschafft hatte. Damals hörte ich viel Farin Urlaub, unter anderem auch „Sonne„. Ich liebte diesen Song, aber jetzt wenn ich ihn höre, denke ich immer an Mik.

 ©Völker hört die Tonträger, Universal Records


Da ich nicht über ihren Tod hinweg kam, schenkte mir meine ältere Schwester eine neue Katze: Josey (benannt nach dem Song von Peter Maffay: Josie). Auch sie war sehr scheu, musste bei der Vorbesitzerin sogar unter der Couch vorgezogen werden, weil sie so Angst hatte. Aber auch ihr Vertrauen gewann ich und nur ich. Wo ich war, fühlte sie sich sicher, sie schlief jede Nacht dicht an meiner Seite im Bett und sabberte mir ins Genick ;D
Ein Jahr später zogen wir um, von unserem schönen, großen Haus in eine kleine Kellerwohnung. Die Umstellung war hart, aber es war machbar. Wir machten unser neues Heim so gemütlich wie wir nur konnten. Eines Abends setzte sich Mino auf meinen Schoß und wollte gestreichelt und geknufft werden. Das hatte er lange nicht mehr, denn er war mehr auf meinen Vater fixiert, da er immer zu Hause war und ich in der Arbeit, also suchte er sich ihn als Bezugsperson. Nach unserer Kuschelaktion ging er hinaus und kam nie mehr wieder. Wir wohnten gerade zwei Wochen in der neuen Wohnung. Bis heute weis ich nicht, was aus ihm wurde.

Zu dieser Zeit hatte Christina Aguilera ihren Song „Hurt“ veröffentlicht, den ich einfach bewegend fand und dauernd hörte. Dieser erinnert mich nun immer an die Zeit danach, ohne Mino 😥

©RCA


Weil die Kellerwohnung stark schimmelte, weil die Besitzer am Bau gepfuscht hatten, zogen wir wieder um, diesmal in eine Wohnung, die wieder an einer stark befahrbaren Hauptstraße war. Nach einem Jahr verlor ich Josey. Ich erfuhr, dass sie angefahren wurde, der Nachbar hatte sie schreien gehört, als sie in seinen Garten hinkte und fuhr sie sofort zum Tierarzt und später ins Tierheim, weil er nicht wusste, wem sie gehörte. Über das Rathaus brachte meine Stiefmutter das Geschehen in Erfahrung. Leider musste sie eingeschläfert werden, weil ihre inneren Verletzungen zu stark waren. Bis heute macht es mich traurig, dass ich in ihren letzten Stunden nicht bei ihr sein konnte. Sie musste unglaubliche Angst gehabt haben. Sie bat mich damals auch um Hilfe, als sie Babys zur Welt brachte, aber ich konnte nicht viel machen, nur einfach für sie da sein. Ihren Sohn Kalle (benannt nach Karl Dall, weil er zu Beginn ein lediertes Auge hatte – er wuchs jedoch zu einer regelrechten Schönheit heran) wurde einen Monat vorher überfahren.

In der Zeit hatte Avril Lavigne ihr neues Album „Goodbye Lullaby„am Start. Den Song „Wish You Were Here“ liebte ich sehr, da man dabei so schön mitsingen konnte. Dieser jedoch erinnerte mich vor allem seines Titels wegen, an den Verlust von Kalle und Josey

 ©RCA

Keinen dieser drei Songs kann ich jemals wieder hören, außer ich lasse es zu in Tränen auszubrechen. Da ich das nicht möchte, verzichte ich, denn wenn ich eines in den letzten zwei Jahren gelernt habe, dann die Tatsache, dass man sich von allem trennen muss, was einem traurig macht, um jemals wieder glücklich sein zu können und das Leben zu lieben.

Die nächste Frage lautet: Welcher Song hilft dir dabei den Kopf frei zu bekommen?

8 Gedanken zu “31 TAGE – 31 SONGS: TAG 3

  1. Gorana schreibt:

    Ach Mensch …ich kann das verstehen. Ich hatte als Kind auch mal ne Katze, die vergiftet wurde. Im Gegensatz zu dir wollte ich danach keine Haustiere mehr, bis heute … weil ich weiß, dass ich sie überleben werde. 😦

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    • ginadieuarmstark schreibt:

      😦 Sowas ist einfach traurig.

      Meine Katzen sind meine Kinder, als der eine neulich krank war, weil er sich mit einem Dorn ein Loch in den Kopf gebohrt hatte und eine ziemliche Eiterbeule inkl. Blutvergiftung geholt hatte, war ich doch sehr in Sorge. Er hat auch in meinem Bett geschlafen und dann gejammert, ich soll jetzt kommen um zu kuscheln. Ach jaa .. die haben auch ihre Wehwehchen und dann muss man für sie da sein. ❤

      Aber ich kann es verstehen, wenn du keine mehr wolltest, an so einen Gedanken möchte ich jetzt noch gar nicht denken 😦

      Gefällt 1 Person

schreib was, ich beiße nicht ;)

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