Willkommen bei den Hartmanns

Willkommen bei den Hartmanns„, amüsante Komödie, die leider jedoch zu viele Klischees auspackt.

Willkommen bei den Hartmanns

REGIE: Simon Verhoeven
DARSTELLER: Senta Berger, Heiner Lauterbach, Florian David Fitz, Palina Rojinski, Eric Kabongo, Elyas M’Barek, Uwe Ochsenknecht und Ulrike Kriener
GENRE: Komödie, Drama

Willkommen bei den Hartmanns“ kommt wohl zur rechten Zeit oder wurde extra gedreht, um der jetzigen Situation gerecht zu werden. Der Film handelt von der Familie Hartmann, die sich dazu entschließt einen Flüchtling zu beherbergen. Dies ist mit vielen Problemen, Umstellungen und Ungewohntheiten belastet, doch kann es auch durchaus eine Bereicherung sein. 
Was dem Film zu Gute kommt, ist die Art, wie er damit umgeht. Seinen Protagonisten Diallo Makabouri (Eric KabongoBlack) stellt Simon Verhoeven (Laconia) nämlich auch nicht als den Heiligen dar, sondern auch er hat zu lernen und muss an manchen seiner Werte arbeiten. Dieser lenkt jedoch ein, hört zu und versucht zu verstehen. Außerdem setzt sich der Film auch mit jedem Vorurteil auseinander, zum Beispiel in der Hinsicht, dass Frau Hartmann (Senta Berger – Die Hochzeit meiner Eltern) sich mit dem Thema beschäftigt, die Flüchtlinge als Opfer des Krieges sieht und ihr Mann, der Chefarzt (Heiner LauterbachFrauen) nur als Kommentar abgibt „die sind nicht alle so, man muss schon gucken und prüfen, ob der kriminell ist!“
Irgendwie ein Zwiespalt, denn einerseits, sollte man das gute im Menschen sehen und ohne Vorurteile an die Person herantreten, allerdings ist es heutzutage auch die Tatsache, dass man vorsichtig sein muss, dies betrifft aber meiner Meinung nach ALLE Menschen und nicht nur Flüchtlinge.
Willkommen bei den Hartmanns“ hat ein paar witzige Momente, kann dies leider jedoch nicht durchgehend halten. Natürlich spricht der Film auch ernste Töne an, denn es ist ja kein Thema, dass gänzlich zum Lachen einlädt. Dennoch waren manche Witze einfach zu überspitzt, als dass ich sie lustig finden würde. Übertrieben fand ich das Musikvideo, welches der Enkel (Marinus Hohmann – Einmal Frühling und zurück) mit seinen Freunden gedreht hatte. Diese Szene nahm einfach viel zu viel Screentime ein. Auch das Polizeikommando war zu extrem und hätte man getrost weglassen können. Der Film war allgemein zu voll gepackt mit sämtlichen Klischees. Es gab den älteren Herren in der 
Midlife-Crisis, die Frau, die sich im Alkohol ertränkt, weil ihr Mann sie nicht mehr ansieht, die Tochter, die nicht weiß wo sie im Leben hin will und der Vater, der keine Zeit für seinen Sohn hat. Für mich zu viel des Guten, denn weniger ist oft mehr und man muss wirklich nicht alles in einen so kurzen Film packen. Elyas M’Barek (Paddington) hatte irgendwie die gleiche Rolle, wie schon in „Traumfrauen„, nur hatte er einen anderen Beruf. Schade, ich würde mal mehr von ihm sehen, mal sehen ob er was anderes kann.

Willkommen bei den Hartmanns“ ist dennoch ein Film, der gerne einen Filmeabend füllen kann, denn er schafft es immerhin, den Zuschauer für die Geschichte an sich zu begeistern. Und hier und da darf auch mal gelacht werden, das hat doch auch schon was für sich.

© Warner Bros.

Kinopolis

WEITERE INFOS, TERMINE UND SPIELZEITEN ERFAHREN SIE AUF WWW.KINOPOLIS.DE/LH

 

2 Gedanken zu “Willkommen bei den Hartmanns

  1. JAH schreibt:

    „Willkommen bei den Hartmanns kommt wohl zur rechten Zeit oder wurde extra gedreht, um der jetzigen Situation gerecht zu werden.“

    Mein Problem mit dem FIlm per se, was nach einer Kapitulation von Kreativität und dem versuchten Ritt auf der Welle der Popularität dieses Themas klingt.
    Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass dieser Film im Nov. 2016 neue Perspektiven auf die „Flüchtlingskrise“ werfen soll, und für ein paar Lacher ins Kino zu gehen, ist mir die Mühe nicht wert.

    Das einzige, was ich mich bei dem Film frage, ist, warum er nicht fürs TV produziert wurde.

    Gefällt 1 Person

    • ginadieuarmstark schreibt:

      Das traurige ist, dass der Film keinerlei neue Perspektiven aufwirft. Dafür sind die meisten Menschen viel zu engstirnig. Außerdem trifft der Film nicht so sehr ins Mark, wie er sollte, sondern tendiert viel mehr zum „feelgood-Movie“, was bei so einem Thema ein bisschen unangebracht ist. Allerdings sollte man das ja auch mit Humor sehen. Es ist einfach ein heikles Thema.

      Du hast schon recht, der Film ist eine Kapitulation der Kreativität und mehr oder weniger nur ein Versuch, der leider aber nicht viel bewirken wird.

      Als TV-Film wäre er wirklich auch locker durch gegangen.

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