My Week with Marilyn

My Week with Marilyn„, gut gespieltes Biopic, das trotz des brillanten Casts unscheinbar wirkt.

My Week With Marilyn

REGIE: Simon Curtis
DARSTELLER: Michelle Williams, Eddie Redmayne, Julia Ormond, Kenneth Branagh, Emma Watson, Judi Dench, Dougray Scott, Dominic Cooper und Derek Jacobi
GENRE: Drama

Simon Curtis (Woman in Gold) zeigt uns hier eine andere Seite der Marilyn Monroe (Some Like It Hot) , die „wahre“ Seite. Vielleicht stellt man sich die Frage, welche Biografie Curtis erzählen will, die von Monroe oder die des Colin Clark? Natürlich sollte hier Clark im Vordergrund stehen, doch ist es eben der blonde Weltstar, der ihm gehörig die Show stiehlt und das auch darstellerisch. Michelle Williams (Brokeback Mountain) war perfekt für die Rolle. Graziel und dramatisch spielt sie eine Marilyn Monroe, die so echt wirkte, dass man meinte, die wahrhaftige vor einem zu haben. Brillante Darstellung einer Frau, die in ihren vier Wänden zart besaitet und so voller Selbstzweifel war, jedoch von außen hin eine präsente und imposante Persönlichkeit zeigte. Auch Eddie Redmayne (Jupiter Ascending) konnte sich diesmal sehen lassen und brachte nicht wieder den üblen und enttäuschenden Mist rüber wie sonst. Auch wenn sein dusseliger Gesichtsausdruck geblieben war. Neben Williams ist aber auch noch Kenneth Branagh (Valkyrie), der sich behaupten kann und diese fast in den Schatten stellt. Humorvoll, zynisch und verbittert, aber auch genial, einfallsreich und leicht ungeduldig spielt er Laurence Olivier, als wäre er sein leibhaftiger Doppelgänger.
Doch trotz des fantastischen Casts muss „My Week with Marilyn“ einiges einbüßen. So bleibt nicht nur die Musik im Dunkeln, sondern auch der ganze Film verliert sich etwas in der Bedeutungslosigkeit.
Er beginnt munter fast ein wenig keck und mit großer Erwartung fiebert man, ebenso wie der Protagonist dem Moment entgegen, als Marilyn Monroe endlich auf der Bildfläche erscheint. Schön und charmant wirkt sie, doch dann verliert man etwas die Sympathie für diese Dame, als man nur Allüren aufgetischt bekommt. Das zerrt etwas am Zuseher, der sich schwer damit abfinden mag, dass es der Tatsache entspricht. So bröckelt das Trugbild einer Legende leicht und irgendwie ist man Adrian Hodges (Metroland) , der das Drehbuch schrieb, auch dankbar, einmal diese Seite von ihr kennen gelernt haben zu dürfen.
Leider wird die Handlung im Mittelteil enorm eintönig. Die Darsteller kommen ans Set, Clark (Eddie Redmayne), der nun als dritter Regieassistent arbeitet, begrüßt alle und schwärmt für Monroe.
Natürlich darf eine kleine Romanze zu Anfang nicht fehlen und so wurde die Kostümnäherin eingefügt, die von Emma Watson (Ballet Shoes) gespielt wird. Ihre Rolle ist jedoch verschenkt, so ist auch dieser Teil nicht weiter von Bedeutung, gibt dem Streifen aber etwas klischeehaftes.
Hin und wieder kann man in „My Week with Marilyn“ aber auch herzhaft lachen, summt mit, wenn Frank Sinatra einen seiner Songs zum Besten gibt und genießt die fabelhaften Kulissen.
Würde „My Week with Marilyn“ nicht zu sehr in die Belanglosigkeit abdriften, hätte durchaus mehr daraus werden können. Auch schlittert der Hauptprotagonist ein wenig in den Hintergrund und wirkt fast ein wenig nebensächlich.

My Week with Marilyn„, ein brillanter Cast macht noch keinen brillanten Film. Dennoch kann das Werk unterhalten und weckt auch Interesse. Selbst wenn es einem für die kurze Laufzeit, ziemlich lang vor kommt.

Danke Bayern 3 für die Vorpremiere und die Freikarten!

„Denk doch einfach an etwas, was dich glücklich macht.“
– Frank Sinatra- 

Die Kritik ist vor 4 Jahren geschrieben worden und leider würde ich sie noch einmal so schreiben. Nur die Laufzeit, kam mir diesmal nicht so lang vor, wie damals im Kino.

 

Ein Gedanke zu “My Week with Marilyn

schreib was, ich beiße nicht ;)

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