Out and About: Hohenschwangau

Meine beste Freundin Franzi hatte Geburtstag und sie hasst den ganzen Trubel darum, wenn sich die Verwandschaft dann ankündigt, etc .. etc …
Also bat sie mich, dass wir über diesen Tag wegfahren, die Frage war nur: Wohin?
Sie meinte, sie wolle wandern gehen, also habe ich mich mal schlau gemacht und in Google „Wandern in Bayern“ eingegeben. Google spuckte „Wandern am Alpsee“ aus und ich las noch irgendwas von „Königsschlössern“ und da war ich dann auch schon Feuer und Flamme. Auch Franzi bekam die Aufgabe, sich Gedanken zu machen, wohin unsere Reise gehen sollte und so schlug sie nach langem Überlegen Wien vor. „Klar kein Problem, fahren wir nach Wien“, sagte ich, aber ich hatte ja noch ein Angebot, dass sie unmöglich ausschlagen konnte. Und so fuhren wir zum Alpsee und bereuten keine Minute davon …

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Gebucht hatten wir das fabelhafte Alpenhotel Allgäu, ein richtig süßes und ländliches Hotel mit liebenswerten Eigentümern, komfortabler Einrichtung und wunderschönen Blick auf die Berge. Außerdem war es herrlich ruhig dort. Gleich am ersten Tag war ich total entspannt. Was nicht ging, war WLAN, da musste man sich irgendwie einloggen, einen Account erstellen etc. und als wir das endlich fertig gebracht hatten, wurde man wegen schwacher Verbindung immer ausgeloggt. Das machte aber gar nichts, vier Tage Ruhe, ohne Internet, ohne WhatsApp, Facebook und so weiter. Der einzige Nachteil war, wenn wir an geschichtliche Orte kamen, konnten wir nicht googlen und alles nochmal genauer nachlesen, wie damals in London. Da sind wir echte Junkies, was besichtigt wird, wird geschichtlich auch zerpflückt!
Am 24. August packte ich also „zu viele“ Sachen ins Auto (man weiß ja nicht wie das Wetter so wird, bei diesem wechselhaften Sommer), fuhr rüber zu Franzi, wo wir dann ihre Sachen (auch sie packte viel zu viel ein) einluden und los ging es Richtung Allgäu. Sogar die Fahrt war entspannend. Kaum Verkehr, keine Probleme, nur einmal haben wir uns verfranzt. Mein Handy hatte seit kurzem den Spaß, dass es nach einiger Zeit außerhalb meines WLANs kein Internet mehr hat, also habe ich die Route in Google-Maps angeschaut und Stichpunkte aufgeschrieben. Ja, wir können auch ohne Navi fahren! Kritisch wurde die Ecke, als wir bei einer großen Firma, die es offensichtlich aber nicht mehr gibt, abbiegen sollten und nun ja, geradeaus weiter fuhren, weil diese eben nicht vorhanden war. Die Fahrt kam uns schon ziemlich lange vor und als wir dann in einer Kleinstadt landeten, sagte ich, dass wir hier völlig falsch sein mussten. Also drehten wir erst einmal um und hielten am Gasthof Hetten in Hohenpeißenberg an, um nach dem Weg zu fragen. Der freundliche Herr an der Theke erklärte uns, in welche Richtung wir müssen und meinte noch, wenn es falsch ist, dürfen wir zurück kommen und ihm die Leviten lesen 😀
Glücklicherweise stimmte die Richtung und wir kamen alsbald in Hohenschwangau an.
Dort checkten wir im Hotel ein, schmissen alles von uns und gingen runter zum Alpsee, der nur einen kleinen Fußmarsch entfernt war. „Erst einmal chillen“ war unser Motto und so lagen wir in der Sonne, plantschten im kalten und sehr klarem Bergsee und ließen es uns gut gehen. Irgendwann meinte ich zu Franzi, dass ich Durst hätte, ob wir was trinken gehen wollen. Gut Glück, denn nachdem wir unseren Kaffee ausgetrunken hatten, zog sich der Himmel zu und wir mussten zum Hotel spurten. Ein paar Regentropfen bekamen wir ab, aber der richtige Platzregen setzte Gott sei Dank erst ein, als wir im Hotel waren. Nach der warmen Dusche beschlossen wir dann, im Hotel auch zu essen, denn draußen tobte auch ein Gewitter. Den Abend ließen wir mit einer weiteren Episode von „Supernatural“ ausklingen und fielen dann auch schon müde ins Bett.

Donnerstag: 25. August

Um 7.00 Uhr war die Nacht um, denn es gab nur zwischen halb 8 und 9 Frühstück. Außerdem wollten wir ja was erleben und der frühe Vogel fängt ja für gewöhnlich den Wurm. Da sich Franzi dummerweise vor unserem Ausflug den Fuß verstaucht hatte, war Wandern im großen Sinne nicht drin. Also entschieden wir uns für die kleine Route rund um den Alpsee. Angeblich soll man zwei Stunden dafür brauchen, wir brauchten sicherlich mehr, denn wir haben viel fotografiert und sind auch Abzweigungen gegangen, denn hier und dort gibt es etwas anderes zu sehen und so kann man sich für eine alternative Route entscheiden. Was wir hier erlebten, war Natur pur! Nicht nur, dass der Alpsee traumhaft schön ist, nein auch die Landschaft drumherum und die Sicht auf die beiden Schlösser „Schloss Hohenschwangau“ und „Schloss Neuschwanstein“ ist ein Traum.

Über diese Strecke kamen wir auch zu dem Nachbarsee, der „Schwansee„. Hier ist absolutes Naturschutzgebiet. Zwar darf man im See baden, man soll sich aber ordentlich aufführen und keinen Müll verbreiten. Zurück am Alpsee mieteten wir uns noch ein Ruderboot und ruderten. Ich habe kläglich versagt, aber Franzi hat das Ding dann gemeistert. Wenigstens habe ich es geschafft, uns zurück an den Steg zu rudern 😀

Zu Abend aßen wir diesmal nicht im Hotel, aber in einem Biergarten in der Nähe, wo ich „echte“ Spätzle gegessen habe. Die Bayern kriegen das einfach nicht hin, denn entweder hat man Knepfle, wie der Schwabe so schön sagt oder Pampe. Auf jeden Fall war es sehr lecker. An diesem Tag haben wir endgültig den ultimativen Schritterekord aufgestellt! Nachdem wir damals in London mit über 26.000 schon gut dabei waren, dieser nur knapp beim Umzug ende letzten Jahres überboten wurde und ich bein Green Day Konzert noch einen drauf setzte, konnten wir die 30.000er Marke endlich knacken und das obwohl Franzi da erst gar nicht so optimistisch für war.

Völlig erschöpft zogen wir uns noch das Staffelfinale der 5ten Staffel von „Supernatural“ rein und schliefen alsbald auch ein.

26. August: Franzis Geburtstag!

Auch an diesem Tag war die Nacht um 7.00 Uhr um, denn wir hatten viel vor. Heute standen die Besichtigungen der Schlösser auf den Plan und um nicht so lange anstehen zu müssen, wollten wir frühzeitig am Ticketschalter sein. Was wir nämlich nicht wussten war, dass auch das schöne Allgäu mit tausenden von Japanern überrannt wird und das ist anscheinend überall bekannt. Ich schaute nämlich nach unserer Rückkehr am Sonntag die neusten Episoden von „Dahoam is Dahoam,“ wo folgender Dialog vorkam:

Moni: „Ach Bärli, i hätt so gern an Ausflug gmacht. Des Schloss Neuschwanstein wa doch a wirklich schee zum o’schaun gwen.“
Benedickt: „Ach geh .. wos wuistn do? Do wirst doch e bloß vo de gonzen Japaner niedertrampet!“

Witzig, dass die drüber geredet haben, wo ich doch gerade von dort wieder herkam 😀

Also auf zum Ticketschalter! Natürlich nahmen wir gleich das Kombiticket: „Schloss Hohenschwangau„, „Schloss Neuschwanstein“ und anschließend das Museum. Ohne Führung geht gar nichts, also sind wir erst einmal zu Hohenschwangau rauf. Wunderschönes Schloss, wo vieles noch original erhalten ist. Auch Möbel stehen noch darin, die genau so platziert wurden. Die meisten jedoch wurden auf die Seite geräumt, damit man durchgehen kann, aber das ist allgemein bekannt. Unser Führer war sehr witzig und da wir eine kleine Gruppe waren, war die Besichtigung relativ entspannend. Im Schloss darf man leider nicht fotografieren, aber ich habe Außenaufnahmen gemacht.

Mittags konnten wir erst zu der Führung von Neuschwanstein, dort ging es ziemlich den Berg hinauf. Natürlich konnte man auch mit dem Bus, oder der Pferdekutsche fahren, aber wir ja da zum wandern, also haben wir tapfer den Berg bestiegen. Die gefühlten 3 Milliarden Stufen der St. Pauls Chatedral zu erklimmen war immerhin anstrengender. Das Schloss war relativ leer und die Führung war sehr unpersönlich. Man bekam so ein Gerät in die Hand, wo man die Führerin dann hören konnte, die in ein Mikrofon sprach. An sich doch ein schönes Schloss, aber bis auf die eingebaute Grotte (ja, König Ludwig hat sich eine Grotte ins Schlafgemach bauen lassen) und dem Theatersaal gab es nicht viel, was mir den Mund vor Staunen öffnete. Wir beide, die an Höhenangst leiden (Franzi etwas mehr als ich), stellten uns unserer Angst und betraten noch die Marienbrücke, von der man einen fabelhaften Blick auf das Schloss hatte.

Abwärts ging es etwas leichter, also ab ins Museum und anschließend zum Steg um ein Tretboot zu mieten. Tretboot fahren ist wirklich entspannend und macht riesigen Spaß! Natürlich ließen wir den Abend wieder am See ausklingen, wie jeden Tag, aßen im Hotel zu Abend, wo Franzi zum Geburtstag ein Glas Sekt geschenkt bekam und weil das Wetter an diesem Abend so schön war, saßen wir noch lange auf dem Balkon, aßen Kuchen, tranken Hugo und feierten ein wenig.
Leider war am nächsten Tag der Urlaub auch schon wieder zu Ende und kaum war ich daheim, war die Entspannung wie weggeblasen. Aber ich konnte mich ja noch auf den großen Urlaub in ein paar Wochen nach Rhodos freuen. Allgäu, wir kommen wieder, denn dort gibt es noch einiges zu sehen!

Mehr Fotos gibt es auf meinem Instagram-Account. passion.of.arts

 

3 Gedanken zu “Out and About: Hohenschwangau

schreib was, ich beiße nicht ;)

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