Film: Annihilation

Annihilation„, unspektakulärer, langatmiger Sci-Fi-Film mit plattem Plot.

REGIE: Alex Garland
Drehbuch: Alex Garland und Jeff VanderMeer
DARSTELLER: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez, Tuva Novotny, Oscar Isaac, Benedict Wong, Sonoya Mizuno, David Gyasi, Sammy Hayman, Josh Danford, Kola Bokinni, Cosmo Jarvis, Kumud Pant, Edward Mannering, John Schwab und Crystal Clarke
Kamera: Rob Hardy
SounDtrack: Ben Salisbury und Geoff Barrow
GENRE:
Science Fiction, Abenteuer, Fantasy, Horror, Drama
Entstehungsland: Großbritannien, USA

Jeder der mich kennt weiß, dass ich kein großer Science-Fiction Fan bin und doch gebe ich hin und wieder dem ein oder anderem die Chance, sich zu beweisen. Bei „Annihilation“ war das allerdings anders, denn nach dem ganzen Hype drum und Sichtung des Trailers hatte ich absolut kein Interesse an diesem Film. Nun kam Papa an und meinte, er wolle ihn sehen, allerdings dachte er, er geht dafür ins Kino. Da „Annihilation“ jedoch in Deutschland nur auf Netflix verfügbar ist, schlug ich vor, wir könnten ihn schauen. Immerhin waren er und meine Stiefmama letztes Wochenende zu Besuch, da konnte man die Gelegenheit nutzen. Meine Erwartungen waren also niedrig, trotzdem schien „Annihilation“ interessant zu sein, zumindest am Anfang. Alex Garlands (The Beach) Fantasystreifen beginnt stark, baut aber schon nach der Eröffnungsszene enorm ab. Er dümpelt im Grunde nur so dahin, die Dialoge sind eher uninteressant und die Handlung geht schleppend voran. Der Film erinnert ein wenig an „John Carpenter’s The Thing„, zumindest beinhaltet er ein paar ähnliche Elemente. Die Kernidee ist nicht übel, leider hapert es an der Ausarbeitung. Irgendwie scheint „Annihilation“ nicht so genau zu wissen, was er sein will, passt er doch so gar nicht recht in ein Genre. Jeff VanderMeer verbindet hier Sci-Fi, Fantasy, Horror und Drama. Zusätzlich möchte er noch ganz großer Mindfuck sein, immerhin dachten die Macher, der Film würde zu kompliziert für das Kino sein. Kompliziert ist hier jedoch gar nichts, dafür aber kreativ. Lobenswert ist das Setting und die Gestaltung einiger mysteriöser Gebilde. Den Soundtrack habe ich leider vergessen, aber ich meine er klang ein wenig wie der zu „Citizenfour„. Natalie Portman (Black Swan) spielt ungewohnt langweilig und auch der übrige Cast ist nicht recht erwähnenswert. Die Tatsache, dass ein männliches, erfahrenes Militärteam versagt hat und man stattdessen eine handvoll Forscherinnen mit wenig oder gar keiner Militärerfahrung dort hinschickt ist unlogisch. VanderMeer wollte hier wahrscheinlich auf den derzeit beliebten Zug aufspringen, Frauenpower zu zeigen. Mir als Frau geht das langsam ja wirklich selbst auf die Nerven, vor allem aber auch, weil mich Weiber in Filmen sowieso meistens nerven. Das sage ich selbst als Frau. Wenigstens wurden die Damen hier nicht als Über-Power-Frauen dargestellt, ihr Können konnten sie dennoch nicht recht unter Beweis stellen. Die Charaktere sind allesamt blass. Lena (Natalie Portman) wird wenigstens ein wenig durch Rückblenden durchleuchtet, aber viel Aussage haben die nicht, außer dass sie wohl nicht sonderlich treu gewesen zu sein scheint.

Annihilation“ bietet also nichts großes, spektakuläres oder wunderbar faszinierendes. Einem hier vorzuwerfen, man habe den Film bloß nicht verstanden halte ich für unangebracht. Immerhin bietet er nicht den großen Mindfuck, der angepriesen wurde. Für mich mal wieder ein total überhypter Streifen, der mehr Aufmerksamkeit erhält als er verdient.

© Paramount Pictures Germany


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17 Gedanken zu “Film: Annihilation

  1. Filmschrott schreibt:

    Der Film bekommt diese Aufmerksamkeit eben, weil er von einem der Produzenten als zu intelligent bezeichnet wurde. Was er in meinen Augen auch keinesfalls ist. Er steht damit aber bezeichnend für die Angst vor Risiken bei den großen Hollywoodstudios. Ohne das Vorgeplänkel hätte es da gar keinen großen Hype gegeben, dem der Film gerecht werden müsste. Ich persönlich lasse mich von solchem Quatsch ja nicht beeinflussen und fand den Film gut. Er erzählt eben eine ruhige Geschichte mit ein paar Actioneinlagen hier und da und fertig. Das macht er aber sehr gut. Er leidet sozusagen unter dem ursprünglichen M. Night Shyamalan Syndrom. Da hat damals auch jeder nur auf den großen Twist am Ende gewartet und war dann enttäuscht, wenn der nicht so gelungen war. Da spielte der Rest des Films dann keine Rolle mehr und es war eben alles im Arsch. Wenn man sich davon löst hat man hier einen guten Sci-Fi-Film, der sich zumindest traut, einen anderen Ansatz zu verfolgen, der einem persönlich aber natürlich nicht gefallen muss. Wie fand ihn denn dein Vater?

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    • ginadieuarmstark schreibt:

      Verstehe ich. Die PR macht den Film zu einem Hype, das habe ich auch schon gesehen. Das Ende an sich fand ich ja gar nicht so doof, der Film schleppt sich nur einfach dahin. Mein Vater fand ihn auch nicht so dolle. Zwar muss es bei uns beiden nicht immer knallen und krachen, aber wenn das eben alles so dahinschleicht, ist es doch anstrengend.

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      • Filmschrott schreibt:

        Das ist natürlich absolut legitim. Die meisten Kritiken kommen ja eher aus der „bleh, der FIlm ist ja gar nicht so intelligent, wie versprochen wurde“-Ecke. Dabei wird eben nur vergessen, dass niemand irgendwas versprochen hat. EIN Produzent hat das gesagt. Der hat nebenbei zuvor so Gurken wie „Geostorm“ und „Terminator: Genisys“ produziert, wodurch man seine Meinung, was denn „zu intelligent“ ist schon prinzipiell anzweifeln darf. Wenn einem der Film halt durch die Erzählweise oder andere Aspekte nicht gefällt (Michael Scharsig war es meine ich, der die teils dummen Handlungen der Figuren kritisiert), ist das natürlich absolut okay und eben dem persönlichen Geschmack geschuldet. Mich nervt nur dieses ständige „der Film entspricht nicht meinen Erwartungshaltungen, die zuvor aus welchen Gründen auch immer geschürt wurden und deshalb ist er scheiße“. Wenn man sich vom Hype blenden lässt, hat man es heutzutage schwer, überhaupt noch irgendwas gut zu finden.

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      • ginadieuarmstark schreibt:

        Aber ich hatte doch überhaupt keine Erwartungen an den Film. Nicht einmal durch den Hype. Mich hatte der Trailer ja nicht einmal angesprochen. Mein Pa dagegen bekommt von solchen Hypes nie etwas mit und fand einfach die Story anhand des Trailers interessant.

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      • Filmschrott schreibt:

        War nicht auf dich bezogen. Habe ja geschrieben, dass es bei euch dann am Film selbst lag. Das mit dem Hype meinte ich allgemein, da der Film zum Teil schlecht wegkommt, nur weil er eben dann letztlich doch nicht so intelligent und kompliziert ist.

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      • Filmschrott schreibt:

        Passiert. Ich greife keine subjektiven Meinungen an. Ich meine, guck mal, was ich mir für einen Quark reinpfeife. Aber man sollte eben, wenn man etwas scheiße findet, auch Gründe anbringen, für die der Film auch etwas kann. Da gehört der Hype einfach nicht dazu, denn der wird von anderen geschürt.

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      • ginadieuarmstark schreibt:

        Das ist richtig. Ich schaue in meinen Kritiken eh immer, dass ich auch etwas positives sehe. Und wie erwähnt, fand ich ja das Setting kreativ.

        Ich bin eh immer allergisch auf so gehypte Filme. Meistens enttäuschen die mich. Wie der „Shape of Water“, alle drehen fast durch wegen dem Film, ich hab da überhaupt kein Interesse dran.

        Oh ja, ich frag mich immer wie du dir diesen Müll anschauen und durchziehen kannst 😀

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      • Filmschrott schreibt:

        Im Endeffekt gibt es auch kaum Filme, die komplett schlecht sind. Irgendwas positives sticht dann doch heraus. Auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten sind.

        Ich sage ja: Hype ist nicht gut. Mich interessiert „Shape Of Water“ schon. Aber ich erwarte da nun wahrlich kein Meisterwerk. Wird ein guter Film sein. Mehr nicht.

        Ist relativ simpel, wenn man diesen Müll mag und seinen Spaß damit haben kann. Dieser ganze Rotz unterhält mich tausendmal besser, als die ganze generische Kacke, die heutzutage im Kino hoch und runter gespielt wird.

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      • ginadieuarmstark schreibt:

        Also an dem Film Brombeerchen habe ich wirklich nichts positives gefunden …, obwohl .. da ist Robert Stadlober drin. Ach verdammt, du hast wohl doch recht!

        Das verstehe ich. Ich merke auch von Jahr zu Jahr mehr, wie seltener ich ins Kino gehe.

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  2. Nummer Neun schreibt:

    Ich hatte tatsächlich hohe Erwartungen an den Film, was vor allem an Garlands vorherigem Film Ex Machina lag. Dass der Film in Deutschland dann direkt bei den Netflix-Filmen (Qualität egal, hauptsache es lässt sich gut verkaufen) landete, hätte einen schon aufhorchen lassen soll. Leider war der Film dann wirklich eine Enttäuschung.

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