Kino: Christopher Robin

Christopher Robin„, zauberhaftes Abenteuer mit süßen, kleinen Freunden und einer wichtigen Botschaft.

REGIE:Marc Forster
DREHBUCH:Alex Ross Perry und Allison Schroeder 
DARSTELLER und Sprecher: Ewan McGregor, Hayley Atwell, Bronte Carmichael, Mark Gatiss, Oliver Ford Davies, Orton O’Brien, Katy Carmichael, Tristan Sturrock, Jim Cummings, Toni Nirschl, Nick Mohammed, Brad Garrett, Joachim Kaps, Peter Capaldi, Santiago Ziesmer, Sophie Okonedo, Tilo Schmitz, Gerald Schaale, Marie Bierstedt, Hans-Rainer Müller, Toby Jones und Sara Sheen
KAMERA:  Matthias Koeningswieser
SOUNDTRACK:Geof Zanelli und Jon Brion
GENRE:  Abenteuerfilm, Komödie
ENTSTEHUNGSLAND: USA

Als Kind war ich nicht stetig zu Hause im Hundertmorgenwald, oftmals waren mir die Geschichten um Winnie Pooh und seine Freunde nicht interessant genug. Doch das ein oder andere Mal habe ich in die Serie rein gesehen und fand die Tiere sehr drollig. Besonders das kleine Ferkel hatte ich ins Herz geschlossen und auch Tigger, von dem ich tatsächlich auch einen in Plüschtierform hatte. Nun also der Kinofilm, bei dem ich erst nicht wusste, ob ich ihn mir ansehen sollte, aber dann sah ich den Trailer und war sofort interessiert. Christopher Robin“ erzählt keine übliche Disney-Story, voller lauter Action, mit gezielt platzierten Lachern und der „Sei immer du selbst“-Botschaft. Tatsächlich spielt der neueste Disneystreich melancholische Töne an, wirkt an manchen Stellen sogar etwas düster und hat eher eine Botschaft für die Erwachsenen parat. Christopher Robin, der hier von Ewan McGregor (Beauty and the Beast) gemimt wird ist hier kein Kind mehr, sondern ein erwachsener Mann, der irgendwie während des Älterwerdens das glücklich sein vergessen hat. Was für ihn zählt, ist seine Arbeit, vor allem weil ihm der Chef im Nacken sitzt. Dass da die Familie auf der Strecke bleibt ist vorprogrammiert und auch er selbst scheint den Spaß am Spiel des Lebens verloren zu haben. Diese Geschichte ist nicht neu, haben uns doch James V. Hart und Malia Scotch Marmo schon 1991 eine ähnliche Geschichte erzählt: „Hook„. Aber dies gefiel mir so sehr an „Christopher Robin„, denn die Idee, Christopher wieder daran zu erinnern, was schön und einfach im Leben ist, ist wirklich wunderbar ausgedacht und erzählt. Außerdem sind Pooh und seine Freunde aus dem Hundertmorgenwald einzigartig animiert. Sie sehen wirklich aus wie Kuscheltiere und die Bewegungen sind so dynamisch, dass ich mich schon fast in meine Kindheit zurück versetzt fühlte, als ich mir noch ausdachte, meine Plüschtiere wären lebendig. Besonders Pooh ist man gänzlich verfallen, dem kleinen süßen Bären kann man nichts abschlagen. Selbst wenn er meint, er sei nur ein Bär mit geringem Verstand, hat er doch ein großes Herz. Seine Freude am Spielen und am Leben ist ansteckend, vor allem wenn er im Zug sitzt und spielt „Sage was du siehst“. Ich denke ich werde das morgen, wenn ich unterwegs in meine Urlaubsreise starte auch mal spielen.
Besonders lustig war die Szene mit dem roten Ballon, bei der wohl der ein oder andere Zuschauer gleich an Stephen KingsIT“ denken wird. Auch wenn Pooh auf Honigsuche ist, ist er nicht zu bremsen und der Zuschauer kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus. Doch beinhaltet „Christopher Robin“ auch tiefgründige Szenen, wie die zwischen Christopher und seiner Frau Evelyn (Hayley Atwell) im einem ernsten Gespräch in der Küche. Im Hundertmorgenwald wird es auch ein bisschen gruselig und an dieser Stelle muss ich sagen, dass ich mich ja schon bei Horrorfilmen kaum mehr grusele, hier es jedoch stellenweise ein wenig schaurig fand. Da stellt sich die Frage inwieweit „Christopher Robin“ ein Kinderfilm ist oder ob er doch wie ein klassischer Tim Burton zu den Erwachsenen-Märchen zählt.  Vor allem fragt man sich auch, ob die Kinder den Film verstehen werden, denn im Gegensatz zu den kunterbunten Animationsfilmen fehlt hier durch den leichten Grauschleier Glanz und Farbe, was die melancholische Stimmung noch unterstreicht. Dass die Tiere im Film die gleichen Synchronstimmen, wie in der Serie haben finde ich gut, ich kann mich so schwer zurechtfinden, wenn jemand plötzlich anders spricht.
An manchen Stellen schleppt sich die Geschichte ein wenig und am Ende wird es doch wieder etwas zu rasant und gewollt komödiantisch. Natürlich soll der Film unterhalten, aber zum Schluss hin wurde ein bisschen zu sehr auf actionreiche Komik gesetzt, was dem ganzen wiederum diesen typischen und überdrehten Disneytouch gibt, den die Firma inzwischen so inne hat.
Auf jeden Fall sollte man auch noch kurz sitzen bleiben und den witzigen Abschlusssong mit zugehörigem Clip ansehen. Der Song ist noch immer mein Ohrwurm für diese Woche.

Christopher Robin„, der Kinderfilm für Erwachsene. Vielleicht hatten die Drehbuchautoren Alex Ross Perry und Allison Schroeder beim Schreiben auch den traurigen und wahren Hintergrund des Christopher Robin im Hinterkopf.

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Ein Gedanke zu “Kino: Christopher Robin

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