Serie: The Haunting of Hill House – Staffel 1

The Haunting of Hill House„, wie mich eine Serie das Fürchten wieder lehrte.

CREATOR UND SHOWRUNNER: Mike Flanagan
DARSTELLER: Michiel Huisman, Timothy Hutton, Henry Thomas, Elizabeth Reaser, Oliver Jackson-Cohen, Mckenna Grace, Victoria Pedretti, Carla Gugino, Kate Siegel, Paxton Singleton, Lulu Wilson, Julian Hilliard und Violet McGraw
GENRE: Horror, Drama

Worum geht’s?
Das Ehepaar Hugh und Olivia Crain kaufen „Hill House“ um es zu renovieren und anschließend wieder zu verkaufen. Dieses Verfahren haben sie bereits bei anderen Häusern angewandt und so ist die Familie schon mehrmals umgezogen, denn während der Renovierungsarbeiten lebt Familie Crain in dem Haus. So auch in „Hill House„, ein sehr imposantes Gebäude, das von außen ganz harmlos zu wirken scheint, jedoch einige Geheimnisse verbirgt. So stoßen Hugh, Olivia und ihre 5 Kinder auf mysteriöse Vorkommnisse, entdecken andere „Bewohner“ und suchen einen besonderen Schlüssel um die geheimnisvolle, rote Tür zu öffnen. Was steckt wohl hinter der Tür, welches Geheimnis verbirgt sich in der nächsten dunklen Ecke und wo lauert eine schaurige Gestalt? 

Kritik:
Schon die erste Episode lässt den Zuschauer Blut lecken. Einige Geheimnisse werden hier schon angesprochen, jedoch nicht sofort gelüftet und so möchte man schon von Beginn an wissen, wie es weiter geht. Die Erzählstruktur ist zunächst einfach, erzählt jede Episode von jedem einzelnen Familienmitglied und dessen Beziehung zum Haus. Außerdem werden die Protagonisten so Stück für Stück vorgestellt. Hin und wieder langweilt eine Folge, dennoch kann man sagen, dass „The Haunting of Hill House“ die Spannungskurve enorm weit oben hält. Auch der rote Faden ist klar ersichtlich, selbst wenn die Erzählung in Gegenwart und Vergangenheit hin und herspringt. Was mir besonders an „The Haunting of Hill House“ gefiel ist die Tatsache, dass ich mich stellenweise richtig gefürchtet habe. Sogar Alpträume habe ich bekommen und das will schon was sagen für jemanden wie mich, der sich seit „Supernatural“ nicht mal mehr vor Samara aus „The Ring“ fürchten kann. „The Haunting of Hill House“ lehrte mich das Fürchten und brachte mich zurück an den Punkt, der Versuchung zu Widerstehen, mit Licht zu schlafen. Vor dem hatte das „Lights Out“ so halbwegs geschafft und doch hat „The Haunting of Hill House“ dies noch übertroffen. Zwar werden hier und dort die üblichen „Klassiker“ ausgepackt, wie das Gesicht im Fenster, die Gestalt in der dunklen Ecke, die zu schlagenden Türen und vorbei huschende Schatten. Allerdings ist die Atmosphäre so gelungen, dass die Nerven des Zuschauers förmlich blank liegen, er sich somit krampfhaft an der Decke festklammert und auf den nächsten Schock wartet. So verknüpft Mike Flanagan (Gerald’s Game) die beiden Elemente „Schocker“ und „Grusel“ gekonnt in einem und überrascht den Zuseher durchgehend mit Horrorelementen, schaurigen Figuren und unerwarteten Ereignissen. Auch wie sich am Ende alles zusammenfügt ist großartig gemacht. Dieses Phänomen habe ich zuletzt bei der Harry Potter-Reihe angetroffen, dass eine Geschichte so geschickt erzählt ist, dass man als Zuseher mitdenken und raten kann und sich schlussendlich alles zu einem perfekten Knoten verbindet. So kann man am Ende einen gewissen „Aha-Effekt“ erleben und bleibt nicht unaufgelöst und verwirrt zurück.

©Netflix

Durch die fabelhafte Atmosphäre ist mir tatsächlich die Hintergrundmusik entgangen. Da muss ich definitiv noch etwas nachholen. Auch die Schauspieler sind große klasse und fabelhaft gewählt. Besonders gefreut habe ich mich auf ein Wiedersehen mit Michiel Huisman (The Young Victoria), der mir in „Orphan Black“ schon positiv aufgefallen war. Außerdem McKenna Grace (Ready Player One), die ihr Talent schon in einem meiner Lieblingsfilme „Gifted“ bewies. Ein weiteres, bekanntes Gesicht ist Elizabeth Reaser (Liberal Arts), die ich aus „Grey’s Anatomy“ kenne und erneut feststellte, dass sie nicht nur da, sondern auch in „The Haunting of Hill House“ furchtbar nervte. Natürlich kann die Schauspielerin nichts dafür, wenn ihre Rollen so anstrengende Charaktereigenschaften haben, so muss man sagen, dass sie beide Frauen hervorragend gespielt hat.
Die Familienstreitereien geben der Serie einen gewissen Dämpfer und daher gibt es auch Punktabzug. Manche Episoden und Phasen sind so anstrengend, dass man einfach abschalten möchte, wenn sich Familie Crain mal wieder in die Haare bekommt. Hier schlägt „The Haunting of Hill House“ stark in das Genre „Familiendrama“ und das ist so überhaupt nicht meins. Ich meide auch diverse Weihnachtsfilme, bei denen sich die ganze Familie zu Hause bei den Eltern trifft und eigentlich schön gefeiert werden soll, doch alle nur wegen irgendwelchen Mätzchen am Streiten sind. Das nervt und das nervt auch bei „The Haunting of Hill House„. Dabei wäre alles so einfach, würde man sich gegenseitig zuhören und vertrauen.

Abschließend kann ich nur noch sagen, dass ich die Serie definitiv Sehenswert finde, da sie vor allem mich als Horrormuffel so sehr erschreckt hat, wie schon lange nichts mehr. Ich hoffe, dass es noch eine weitere Staffel geben wird und Mike Flanagan uns noch viele solche schaurigen Geschichten aus „Hill House“ liefern wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Besonderes Special sind die verschiedenen Gestalten und Geister aus Flanagans anderen Filmen, sowie aus dem originalen Film von 1963 „The Haunting„, die er als Easter Eggs eingebaut hat. Schau mal genau hin.


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7 Gedanken zu “Serie: The Haunting of Hill House – Staffel 1

  1. Julia schreibt:

    Ich bin sehr froh über diesen Serientipp(Mal wieder 😉 ).
    Als kritischer Angsthase bin ich auch sehr glücklich mit der Spannungskurve. Im Anschluss muss immer eine Folge ‚leichte Kost‘ wie zb ‚Friends‘ geschaut werden…

    Gefällt 1 Person

    • ginadieuarmstark schreibt:

      Das freut mich, dass dir die Serie auch so gut gefällt 🙂
      „Leichte Kost“ danach ist sicherlich keine schlechte Idee. Leider hatten wir nicht immer Zeit dafür, also hab ich mich manchmal fürchterlich gegruselt 😉

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