Film: Rebel Without a Cause

Rebel Without a Cause„, ein Klassiker, der seine Längen und Lücken hat.

INHALT:
Jim (James Dean) ist ein Außenseiter, der nichts weiter will, als dazuzugehören. In der Schule wird er ständig gemobbt, doch statt dem Problem entgegen zu treten, ziehen seine Eltern lieber mit ihm in eine andere Stadt. Diesmal will Jim alles anders machen und lässt sich zu einem gefährlichen Autorennen mit der Schulgang überreden, das fatale Folgen hat.

MEINUNG:
Endlich habe ich meinen ersten James Dean (East of Eden) Film gesehen. Warum ich das solange hinausgezögert hatte? Keine Ahnung, ich dachte immer der ginge so lange. Ich neige nämlich dazu, Filme, die eine sehr hohe Lauflänge haben, auf die lange Bank zu schieben. „Rebel Without a Cause“ ist mit 106 Minuten doch recht kurz, außerdem hatte ich ihn in die Filmchaoten Movie Lounge befördert, um mich endlich einmal dran zu wagen. Prompt wurde er gewählt und ich kam auch nicht mehr aus. Dass der deutsche Titel mal wieder völlig Banane ist, darüber brauchen wir nicht streiten. Auch nicht darüber, dass James Dean wohl ein großartiger Darsteller war, der viel zu früh von uns gegangen war. Auch Leonard Rosenmans Kompositionen sind wunderbar, untermalen die Story gekonnt und steigern die Spannung an den richtigen Stellen. Leider ist es doch das Drehbuch und die Inszenierung, die „Rebel Without a Cause“ das Genick brechen. Nicholas Ray animierte seine Darsteller zu regelrechtem Overacting, zudem sind die Charaktere so dermaßen dramatisch überzeichnet, dass man an deren Glaubwürdigkeit zweifelt. Jeder einzelne hat eine Krise zu bewältigen, die in der Geschichte nicht gerechtfertigt wird und meist unausgesprochen bleibt. Auf die Protagonisten wird kaum eingegangen, sie stehlen sich von einer Szene zur anderen und verstricken sich in Wendungen, die völlig abstrus sind. Außerdem wirken die Darsteller viel zu alt um als Teenager durchzugehen. Die Grundstory mag zwar wichtig für die damalige Zeit gewesen sein, löst beim Zuschauer aber eher Magenschmerzen statt Verständnis aus. Die kleinen Schulrebellen erinnerten an die dummen Teenager aus „Eden Lake„, Judy (Natalie Wood) ist nicht nur so ein hirnloses Accessoir wie Sandy (Olivia Newton-John) in „Grease„, sondern lädt auch noch zu Augenrollen ein, als sie sich in den Hauptprotagonisten verliebt und das nach ein paar Stunden. Das waren schon immer meine liebsten Liebesgeschichten, wenn sich die Charaktere drei Stunden kennen und schon so verliebt sind, dass sie füreinander sterben würden. Das ist weder romantisch noch glaubwürdig.
Was mir gut gefiel war der Showdown am Ende, der wirklich spannend und tragisch gestaltet war. Und doch war es ein bisschen zu viel.

FAZIT:
Rebel Without a Cause“ möchte zu viel und macht zu wenig. Alles ist so gewollt und doch nicht richtig gekonnt, denn das meiste wirklich wichtige ist kaum ausgeführt. Und falls mir hier wieder irgendjemand mit der Klassiker und alter Film Kelle kommt, so nach dem Motto „früher war das eben so“, der Film hätte auch in die heutige Zeit gepasst, hätte die gleiche Story und ähnliche Darsteller. Dennoch hätte er mir nicht besser gefallen, weil es hauptsächlich die unausgeführte Story ist, die mich an „Rebel Without a Cause“ stört.

TRAILER:
©Neue Visionen Filmverleih GmbH

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3 Gedanken zu “Film: Rebel Without a Cause

  1. Yannick Wermi schreibt:

    Wunderbar auf den Punkt gebracht! Ich habe ihn mir am Samstag auch durch Zufall im Fernsehen angesehen, als er im Anschluss zu Hitchcock’s „Der dritte Mann“ auf Sat.1 Gold kam und bin hängen geblieben als ich erkannt habe, dass es ein James Dean Film ist, mit dem ich noch nie zuvor in Berührung gekommen war. An sich fand ich die Geschichte auch sehr ansprechend und tragisch, aber genau wie du richtig gesagt hast, werfen einen das grobe Drehbuch und die eher ungelungene Inszenierung immer wieder raus. Der Film hatte seine ergreifenden Momente, nur um sie dann durch total fragwürdige Entscheidungen kaputt zu machen… Echt schade, bin aber froh, jetzt eine ähnliche Ansicht gefunden zu haben, weil ich mir nicht sicher war, ob ich den Film falsch aufgefasst habe, da er ja von allen Seiten so gefeiert ist.

    Gefällt 1 Person

  2. Katharina schreibt:

    Ich finde den Film ähnlich unausgereift. Ich hatte immer das Gefühl, der Regisseur wollte auf etwas hinaus, kam aber nicht auf den Punkt. Dadurch wirkt James Dean’s Performance etwas too much. Ich habe ihn drei Mal gesehen, fand ihn aber auch beim dritten Mal immer ich befremdlich.
    Grüße, Katharina

    Gefällt 1 Person

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