Kino: Avengers: Endgame

Das lang ersehnte Finale ist endlich da und nach „Avengers: Infinity War“ war wohl jeder gespannt, wie es nun zu Ende geht. So war auch ich gespannt, wie die Avengers das Segel nun wieder rumreißen wollen, ging allerdings mit geringen Erwartungen an die Sache heran. Warum? Meine beiden Freundinnen, die auch Marvelfans sind hatten beschlossen, die ganze Story zu sichten und somit hatten wir begonnen, alle Filme chronologisch zu sehen. Leider haben wir das Werk nicht ganz vollbracht, fehlen uns also noch die komplette „Spider-Man„-Reihe und „Black Panther„. Da fiel mir auf, dass die Marvelfilme nicht so großartig sind, wie sie meist dargestellt werden. Natürlich ist das nur eine subjektive Meinung von mir, aber generell fehlen den meisten Filmen der richtige Pfiff. Auch der großartige „Infinity War„, den ich auch eher nur mittelmäßig fand, hat so einige Schwächen, selbst wenn der zumindest was den Humor und die Action betrifft Spaß macht. Der langweilige „Captain Marvel„, der unbedingt noch vor der dem Abschluss rein gepresst werden musste, konnte auch nicht recht viel bieten und so ist auch „Avengers 4: Endgame“ kein großes Highlight, obwohl er doch seine Momente hatte.
Zum einen gefielen mir vertraute Szenen mit den alten Avengers, wie Tony (Robert Downey Jr.) und Steve (Chris Evans) oder auch Steve und Natasha (Scarlett Johansson). Diese Szenen mochte ich besonders, da man hier immer wieder sieht, wie eng befreundet die beiden Darsteller sind. Dadurch wirkt das alles immer sehr echt und man hat wirklich das Gefühl, mit zwei langjährigen Freunden am Tisch zu sitzen. Auch die Annäherung zwischen Tony und Steve waren gut, nachdem sich diese beiden ja schon einen harten Kampf geliefert hatten, wenn man an „Captain America: Civil War“ denkt.
Man merkt generell, wie eng die Darsteller inzwischen verbunden sind und wie sehr die Chemie zwischen allen passt. Bei diversen Gags fragt sich der Zuschauer sicherlich, ob der nicht durch herumalbern am Set entstanden war. Wie zum Beispiel der Witz mit Captain Americas Arsch, der kann nur von den Darstellern selbst kommen, denn ich selbst als Schreiberin würde auf so eine Idee gar nicht von selber kommen.

©The Walt Disney Company Germany GmbH / Marvel

Iron Man hatte im ganzen Film die stärksten Szenen und das freute mich sehr. Tony hat sich von seinem ersten Film bis hin zum Endgame stark gewandelt. Vom arroganten, egoistischen  und humorvollen Playboy ist er zu einem ernsten Mann geworden, der alles gibt für die Menschen, die er liebt. Jeder der Helden hat über die Jahre hinweg eine Wandlung vollzogen und die bekommt man in „Avengers 4: Endgame“ auch zu spüren. Clint Barton (Jeremy Renner) sagt auch in einer Szene zu Natasha (Scarlett Johansson) „Sie nur wie weit wir es gebracht haben“ und das ist zutreffend. Während der Hulk Frieden mich sich geschlossen hat, haben einige andere noch diverse Rechnungen offen. Vor allem Thor hadert noch damit seine wahre Bestimmung zu finden und der Captain hängt immer noch an der Vergangenheit fest und das obwohl er allen anderen rät, weiter zu machen.
Die Idee, die nun hinter dem ganzen Konzept steckt ist leider nicht recht gelungen. Mir persönlich gefällt die Ausführung auf die es schlussendlich hinausläuft nicht, selbst wenn man dadurch in schönen Erinnerungen aus dem Universum schwelgen kann und hier und da eine Hommage auftaucht. Diverse Gastauftritte runden die Story zwar ab, dennoch bleibt die Idee ein bitterer Beigeschmack. Nun habe ich die Comics nicht gelesen und möglicherweise ist das eben so gemalt, aber die Idee an sich ist für mich relativ einfallslos.
Auch dauert das ganze einfach viel zu lange, bis endlich Bewegung in die Sache kommt. Interessanterweise merkt man „Avengers 4: Endgame“ seine stolze Laufzeit von 181 Minuten nicht an, weil durchgehend irgendetwas passiert, auch wenn es nichts großartiges ist. Die Witze über die ich tatsächlich herzhaft lachen musste lockern die Story auf, dennoch schleicht die Geschichte wie in fast jedem Marvelfilm ein wenig träge dahin. Der Endkampf dagegen ist wahrlich spannend gestaltet und beinhaltet auch hier diverse Highlights. Eines davon habe ich ja schon seit geraumer Zeit sehnsüchtig erwartet und habe regelrecht gefeiert, als es endlich wahr wurde. Auch das Auftauchen von Quill (Chris Pratt) war für mich das Topping auf der Torte, als er da ins Bild tanzte, mit seinen Kopfhörern auf den Ohren und „Come and Get Your Love“ von Redbone schmetterte. Da konnte ich nicht an mich halten, musste mit dem Fuß mitwippen und die, die im Kino kurz mitgesungen hat, ja die war wohl ich. Zwar hat Alan Silvestri für das Endspiel einen schönen Soundtrack komponiert, doch der von „Guardians of the Galaxy“ ist einfach unübertroffen in dem ganzen Franchise.
Das Ende lässt mich nun nich ganz unzufrieden zurück und dennoch gibt es ein paar Dinge, die mir einfach nicht passen. Aber auch das sind meine persönlichen Gründe, denn im großen und ganzen war das meiste davon ein schöner Abschluss. Leider tun sich hier aber auch ein paar Logiklücken auf, die zu großen Diskussionen führten und noch führen werden. Ich für meinen Teil bin mir auf jeden Fall sicher, dass da noch einiges kommen wird und wir diverse Helden auch wieder sehen werden. Diese Geschichte ist nun abgeschlossen und nahe wie ich am Wasser gebaut bin, habe ich geweint und zwar so laut, dass meine Freundinnen neben mir es gehört hatten. Wahrscheinlich hatte es das ganze Kino gehört, denn in diesem Moment war es mucksmäuschenstill. An dieser Stelle möchte ich mal das Publikum loben, das wirklich großartig war. Wir waren alle eine Einheit, die den Film genoss, mitfieberte, jubelte, lachte und weinte.
Danke auch an Stan Lee für diese nicht ganz großartige aber doch wunderbare Geschichte. Danke auch an die Darsteller, Regisseure, Produzenten und alle anderen, die mich all die Jahre, angefangen bei „Iron Man“ bis hier hin begleitet haben. Danke für 10 Jahre Avengers, es war eine unbeschreibliche Reise, die nicht perfekt aber aufregend war. Und danke an das Kinopolis in Landshut für die Teilnahme an meiner Reise.

Avengers, assemble!

TRAILER:
©Marvel Studio / The Walt Disney Company / KinoCheck

 

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