Kino: Joker

Joker„, ruhig und tragisch erzählter Kriminal- und Superheldenfilm, mit einem glänzenden Hauptdarsteller.

INHALT:
Joker“ erzählt die Gesichte von Arthur Fleck (Joaquin Phoenix), heuter besser bekannt als „Der Joker“ und  schlimmster Widersacher Batmans. Die Handlung spielt im Jahr 1981 als Gotham City sich in einer schwierigen und heißen Phase von Gewalt, Unruhen und Unzufriedenheit befindet. Arthur ist in dieser Welt nur eine unscheinbare Person, deren Schicksal es nicht gut mit ihr meint. Sein großer Traum, Stand-Up Comedian zu werden scheitert und auch so führt er kein glanzvolles Leben. Er befindet sich in einem steten, von Rückschlägen gepeinigten Abwärtsstrudel, der ihn Schlussendlich zum grausamsten und furchteinflössendsten Verbrecher in Gotham City macht. 

MEINUNG:
Todd Phillips und Scott Silver erzählen die Geschichte einmal von der anderen Seite und berichten in ihrem Drehbuch über den wahren Joker, so wie ihn bisher keiner kannte. Ich persönlich habe kein Batman- oder Joker-Comic gelesen, daher kenne ich die Gesichten nur aus Erzählungen von anderen oder Berichten in Filmforen. Es mag auch viele Geschichten über die beiden Charaktere geben und auch unterschiedliche Versionen des Jokers. Diese hier gefiel mir bisher wohl am besten, gibt sie dem Joker doch etwas menschliches. In dieser Fassung erhält er auch einen Namen, ein Zuhause und Familienangehörige, die ihm wichtig sind. So lebt Arthur bei seiner Mutter und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Sein großer Traum ist es Stand-Up Comedian zu werden, denn er möchte nichts weiter als die Menschen zum Lachen zu bringen. Von Anfang an erfährt man, dass Arthur ein gebrochener und eher introvertierter Mann ist. Er ist verträumt, freundlich, hilfsbereit und es macht ihm sehr zu schaffen, dass er an einer Krankheit leidet, die unkontrollierbares Lachen hervorruft. Jedes Mal, wenn er einen Anfall hat, merkt man wie es ihn innerlich zerreißt. Hinzu kommen seine Depressionen und der große Wunsch nach Anerkennung. Phillips und Silver waren sehr bedacht darauf, dem Joker eine menschliche Seite zu geben und dem Zuschauer nahe zu bringen, wie er zu einem derartigen „Monster“ werden hatte können. Diesen Aspekt fand ich sehr gelungen, vor allem aber auch weil Joaquin Phoenix (The Master) die Rolle spielt als wäre sie ihm auf den Leib geschrieben. Dass er ein brillanter Darsteller ist merkte ich schnell und vor allem als er damals Johnny Cash spielte als wäre er es leibhaftig, hat Joaquin sowieso ein Stein bei mir im Brett. Seine Leistung bei „Joker“ ist so authentisch, gefühlvoll und gleichzeitig verwirrend, dass man sich perfekt in den tragischen und auch komplexen Charakter einfinden kann. Hinzu kommt der Soundtrack der isländischen Komponistin und Cellistin Hildur Guðnadóttir dessen schwere Celloklänge perfekt in die Szenen mit eingeflochten sind und die Stimmung des Films gekonnt untermalen. Im Grunde verspürt der Zuschauer den ganzen Film über eine tiefe Trauer, die nicht nur durch Arthurs Gemütszustand und dessen Lebensumstände hervorgerufen wird, sondern auch durch die Atmosphäre, die der Soundtrack erzeugt. Somit fühlt man sich jedoch dem Charakter wieder etwas näher, mitfühlender und verständnisvoller. Nebenbei kann sich das Szenen- und Kostümbild richtig sehen lassen, die Aufmachung diese Jokers gefällt mir tatsächlich am besten von allen, weil sie nicht so gekünstelt oder aufgesetzt wirkt. Eben wie die Verkleidung eines einfachen Mannes, ein Mann, der in einem Clownskostüm steckt und die Menge zum Lachen bringen möchte.
Die Verknüpfungen zur Familie Wayne und Batman sind in „Joker“ auch sehr gut gestrickt, ebenso die Hintergrundgeschichten zu Gotham City. Man könnte hier einen Grundstein für eine weitere Reihe über die Stadt gelegt haben, so wie man es bereits in Serie geliefert hatte. „Joker“ könnte der Anfang einer neuen Geschichte über die Welt von Batman und dessen Heimat sein, was nicht heißt, dass ich einen zweiten Teil erwarten möchte, sondern eher mehrere Geschichten aus Gotham, die sich miteinander verknüpfen.
So sehr die Gesichte auch interessant, gut verfilmt und fabelhaft gespielt ist, gibt es doch das Manko, dass „Joker“ ein wenig zu träge und gewissermaßen Spannungsarm ist. Er fesselt nicht richtig und kann vor allem im Mittelteil die Spannungskurve nicht weit oben halten. Somit zieht sich die Handlung ein wenig dahin, es gibt zu viele Phasen, in deren oftmals nichts passiert, Arthur geht nur eine Straße entlang und man bekommt den Eindruck, man wolle den Film länger machen, als er hätte sein müssen. Generell hatte ich keine großen Erwartungen an den Film oder das Projekt an sich, meistens ist es leider eh so, dass mir nicht gefällt, was der Masse gefällt. Also ließ ich mich überraschen. Im Grunde ist der Film nicht schlecht, wie oben schon erwähnt, hat er viele gute Aspekte und doch konnte er mich nicht hellauf begeistern, so wie manch anderen Zuschauer. Ich kann nicht so genau sagen, woran es lag, ob ich ihn schlicht langweilig erzählt fand oder ob ich vielleicht doch irgendwie erwartet hatte, dass er mich regelrecht umhaut. Irgendwas fehlte, weswegen ich keine Wertung geben kann, die über 5 Punkte hinausgeht.

FAZIT:
Joker„, ein Film der überwiegend von dem Spiel seines Hauptdarstellers und des großartigen Soundtracks lebt, dessen Handlung jedoch interessanter und spannender hätte erzählt werden können.

TRAILER:
©Warner Bros. Entertainment / KinoCheck

WEITERE INFOS, TERMINE UND SPIELZEITEN ERFAHREN SIE AUF WWW.KINOPOLIS.DE/LH

Andere Meinungen:
  • Filmschrott
    „Für diese Comicverfilmung solltet ihr unbedingt ins Kino gehen … „
  • Entertainment-Blog
    „Joaquin Phoenix erreicht mit seiner One-Man-Show einen weiteren Höhepunkt seiner Karriere.“
  • Apocalypse Film
    „Ein Drama, welches inhaltlich voll in diese Zeit passt.“
  • Singende Lehrerin
    „Der Film fasziniert durch das förmlich hypnotisierende Spiel von Joaquin Phoenix, den perfekt passenden Soundtrack und die großartige Kameraführung.“

2 Gedanken zu “Kino: Joker

  1. Filmschrott schreibt:

    Ich verstehe absolut, was du meinst, aber mir hat gerade diese Ruhe und langsame Erzählwiese gefallen. Dadurch kam mMn viel mehr zum Tragen, wie seine Umwelt Arthur immer mehr belastet und die Eskalation eben nur eine Frage der Zeit ist. Rein psychologisch und dramaturgisch bedient man sich dabei natürlich den üblichen Formeln und insgesamt ist der Joker eigentlich schon zu sehr einfach nur Opfer, aber so funktionieren diese Filme ja immer.

    Gefällt 2 Personen

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